
Vor einigen Wochen, habe ich nach 30 000 Worten fest gestellt, dass meine Geschichte so nicht funktionieren wird. Die Überlegung war nun, sie irgendwie zurechtzufummeln, was sich schnell als der falsche Weg erwies. Eine weitere Idee war, einfach so weiter zuschreiben und in einer Fortsetzung den Rest erklären. Schließlich war ich so frustriert, dass ich überlegte, es ganz zu lassen. Würde ich halt keine Bücher mehr schreiben. Es ist ja nicht so, dass eine große Schar Lesender mit den Lesezeichen scharren und auf meine nächsten Ergüsse warten. Auch gibt es keinen Verlag, der mir mit einer Deadline im Nacken sitzt und großen Einfluss auf meine Finanzen, haben meine Veröffentlichungen auch nicht. Also, warum nicht einfach alles hinwerfen? Ist ja nicht so, dass ich so gar keine anderen Interessen habe!

Das wäre eine Möglichkeit gewesen, doch anscheinend hat die Geschichte andere Pläne, denn sie war immer weiter da. Beim Spazierendenken, beim Tagebuch schreiben und beim im Garten puzzeln, immer wieder tauchten Gestalten auf, über die ich geschrieben hatte. Gesprächsfetzen aus den Dialogen, die ich geschrieben hatte und so weiter. Und Vor allem Jorge, eine Figur die nach circa 25 000 Worten aufgetaucht war, wurde zu meinem ständigen Begleiter. Auch wenn es sich weird anhört, aber er war es, der mich an den Schreibtisch zurückbrachte, der mich überzeugt hat, nicht aufzugeben oder irgendwas zurechzubasteln, sondern etwas richtig Gutes daraus zu machen. Es wird anstrengend werden, denn die Geschichte spielt auf mehreren Ebenen. Es gibt Orte, über die ich intensiv nachdenken muss, es gibt einiges zu recherchieren. Also werde ich demnächst mal in die Uni-Bib fahren, wird eh Zeit, dass ich mir dort wieder eine Karte hole.
So, nun werde ich mich denn mal an die Arbeit machen. Diesmal habe ich mir eine großzügige Deadline gesetzt. Am 31. März soll es erscheinen. Also, sollte ich bin zum 31. Januar fertig sein, mit dem Schreiben. Dann habe ich zwei Monate für Korrekturlesen und was sonst so dranhängt.
Hallo Karin, wie schön, dass du zu dieser Entscheidung gekommen bist! Es klingt so, als hätte es Hand und Fuß und schon unsere werten Ahnen wussten ja schon: Gut Ding braucht Weile! Hat Jorge etwas mit Jorge Luis Borges zu tun? Alles Liebe Siri
Moin Siri, mein Interesse war es ja nie, jeden Monat ein Buch rauszuhauen, sondern der Geschichte gerecht zu werden. Nee, Jorge heißt nicht nach Borges. Der war auf einmal da und hieß einfach so. Ist auch nach spanischer oder argentinischer Abstammung, sondern französischer. 🙂 Alles Liebe
Du bastelst nicht rum, sondern startest neu durch. Durch, weil du dir trotzdem ein zeitliches Ziel gesetzt hast. Das finde ich gut und deine Konsequenz bewundernswert.
Liebe Karin, ich freue mich sehr, dass du an deinem Buch fest hältst und wünsche dir gutes Gelingen.
Grüße an dich.
Danke Gudrun, im Grunde ist es eher so, dass die Geschichte an mir festhält und ich erst Ruhe habe, wenn ich sie aufgeschrieben habe. 🙂 Alles Liebe Dir
Ich drücke alle daumen
umarm
Danke, umarm zurück