
Natürlich ist für eine Autorin das Schreiben Alltag. Doch es gibt auch noch die anderen alltäglichen Arbeiten, wie Saubermachen, Kochen, Einkaufen, sich um das tägliche Leben kümmern. Dann gibt es alltägliches, dass nicht direkt schreiben ist, aber mit dem Schreiben zusammenhängt, Buchsatz, Werbung für die Bücher, Präsenz auf Social Media pflegen und so weiter. Das gehört alles zum normalen Berufsleben und auch, wenn das Schreiben und der Rest manchmal schwierig unter einen Hut zu bekommen sind, so kriege ich es doch einigermaßen geregelt. Richtig nervig wird es, wenn etwas unvorhergesehenes geschieht. Zum Beispiel, wenn das Arbeitgerät: In diesem Fall ein Computer, der links auf dem Foto diesmal, die Grätsche macht!
Ich hatte das gute Stück upgedated, es sollte neu starten, tat es aber nicht. Ich brauche zwei Rechner, der kleine ist eher für bewegliches Schreiben, hat keine wirklich gute Grafik und einen 14″ Bildschirm. Zum Glück konnte ich mir etwas aus meinen alten Laptops basteln, was rudimentär funktionierte. Sicher, ich hätte einfach den großen Bildschirm anschließen können, aber den mag ich nur, wenn ich Satzarbeiten mache. Der große Laptop hat einen 17″ Bildschirm und ordentlich kawumm. Lange Rede kurzer Sinn: Nach dem ich den Tag mit aus alt mach neu verbacht hatte, hat es mir keine Ruhe gelassen und ich habe das kranke Kind noch mal angeschlossen, einen USB Stick mit Betriebssystem eingesteckt und auf den On-Knopf gedrückt. Siehe da: er startete von USB und nachdem ich ein neues Betriebssystem installiert hatte, lief er auch wieder einwandfrei (toi toi toi, drei Mal schwarzer Kater). Ich meinte zu Viktor: „Wahrscheinlich war er auf den Ersatz eifersüchtig und hat sich besonnen!“ Aber der schüttelte nur den Kopf und sagte: „So sind Rechner nicht!“ Meine Freundin Gabriele allerdings sagte: „Doch genauso sind Rechner! Eifersüchtig, launisch, leicht hypochondrisch, dauernd wollen sie gestreichelt und gelobt werden.“ Ich denke, sie hat recht. Seit er wieder läuft, lobe ich ihn alle drei Meter und erzähle ihm immer wieder, wie glücklich ich bin, dass er sich besonnen hat.

Doch zurück zum eigentlichen Thema. Für diesen Unglückstag hatte ich natürlich andere Pläne. Mein Mann hatte mir seine Fotos von der alten verfallenen Villa, die eine Rolle in dem neuen Buch spielt, geschickt und die wollte ich in meine Recherche-Datei einfügen. Außerdem hatte ich genau den richtigen Dreh für Kapitel 8 gefunden, in dem immer noch etwas fehlte. Doch natürlich kam ich an dem Tag nicht zum Schreiben. Am nächsten auch nicht, da ich die benötigte Software installieren und einrichten musste. Und am 3. Tag, als alles wieder lief und ich vor dem Rechner sass, die Finger schon auf den Tasten, war ich nicht in der Lage auch nur einen geraden Satz zu schreiben. Und sofort war da wieder die alte Angst … und der innere Zweifler war auch sofort am Werk. ‚Du kannst es halt nicht!‘ ‚Autorin? Bitte, geh in die Küche, Kochen kannst du, aber Bücher schreiben … ne, das überlass mal den Profis!‘ und so weiter.
Gut ist in einem solchen Fall, dass ich es kenne und mitterweile halt schon Bücher geschrieben habe, also einen Beweis habe, dass ich es kann. Also habe ich mir einen Kaffee geholt und alles was ich bereits habe durchgelesen, mir meine Anmerkungen und die Fotos angeguckt und plötzlich war der Dreh für Kapitel 8 wieder da und es ging voran! Also nur eine relativ kurzer Unterbrechung. Dank meiner früheren Erfahrungen mit meiner inneren Nörglerin! Jetzt geht es also voran. Doch das Ganze wird umfangreicher, als ich vermutet habe. Band zwei und drei zeichnen sich schon ab.
Mann, wie gut, dass du schon Bücher fertig bekommen hast! Da hat es die Nörglerin viel schwerer. Ich schätze mal, dein neues Buch wird noch in diesem Jahr das Licht der Welt erblicken, weiter so! LG Siri
Ja, ich erinnere mich gut daran, wie ich beim allerersten Buch hing. Da habe ich drei Monate gebraucht um wieder rein zu kommen. Dieses Jahr soll dieses noch raus und eine Anthologie an der ich mit Gabriele Haefs arbeite. Alles Liebe Dir